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Hinter den WolkenWas hat das Ganze für einen Sinn?

Warum gibt es mich? Was ist der Grund unserer Welt, unseres Kosmos? Diese Fragen lassen die Menschheit nicht los. Warum können wir überhaupt nach dem Grund von allem fragen? Wir können die Welt, die Natur und das Universum erforschen. Aber was der Grund von allem ist, bleibt der Erforschung verborgen. Denn der Grund von allem ist logischerweise kein Teil von allem. Er umfasst alles und steht außerhalb der Welt.

Was wäre, wenn sich der Grund von sich aus zeigt? Was wäre, wenn sich der Grund öffnen und sich offenbaren würde? Würden wir dem Grund glauben?

Wir Christinnen und Christen glauben, dass sich der Grund gezeigt hat. Er hat sich Abraham, Mose, Sara (Mutter von Samuel) und anderen gezeigt. Er ist sogar ein Mensch wie wir geworden. Damit können wir Christen erkennen, was dieser Grund mit der Welt und uns vorhat.

Die Stimme aus dem brennenden Dornbusch

Der Name Gottes ist das Allerheiligste Israels. Die vier Buchstaben JHWH sind alles Konsonanten. Die althebräische Schrift kennt keine Vokale wie aeiou. Das zeigt, dass Gott von sich in dieser Welt nicht alles zeigen kann. Es bleiben die vier Konsonanten mit ihrer Bedeutung. Da die Juden den Namen nicht aussprechen, war es mühsam, herauszufinden, wie der Name auszusprechen ist. Heute nimmt man an, dass er als Jahwe auszusprechen ist.

Klarer ist, was er bedeutet. Denn er wird mit „Ich bin, der ich da bin“ übersetzt. Die Offenbarung des Johannes sagt von Gott: Der war, der ist und der Kommende. Gott ist schon immer gewesen, er ist jetzt da, er wird immer da sein und auch noch zu uns kommen. Wer so einen Namen hat, der ist kein Teil dieser Welt. Er ist Träger und Schöpfer der Welt und des Univesums.

„Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.“ Dieser Gott war schon für den Vater Mose und die Urväter Abraham, Isaak und Jakob da.

Der Dornbusch brennt und verbrennt nicht. Das kann in unserer Welt nicht sein. Das ist etwas, was von außerhalb kommt. Da steht jetzt die Zeit still. Moses möchte sich diese ungewöhnliche Erscheinung ansehen.

„Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab, denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.“ Dieser Ort hier ist ein anderer Ort, der nichts mit der Welt zu tun hat. Wie in einem Tempel, einer Kirche, auf einem Friedhof kann Frieden herrschen. Am heiligen Boden zieht Moses die Schuhe aus.

„Da verhüllte Mose sein Angesichts, denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.“ Gott kann man nicht anschauen. Später wird es heißen, dass man erst im Himmel Gott schauen kann.

„Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage über ihre Antreiber gehört. Ich kenne ihr Leid.“ Gott will das Volk in das schöne weite Land führen, wo Milch und Honig fließen. Moses soll sein Volk aus Ägypten herausführen. JHWH ist mitfühlend, barmherzig und befreiend.

Moses möchte den Namen Gottes wissen. Wer in Besitz des Namens ist, hat in der damaligen Welt Macht über ihn. Dem Jakob hat Gott seinen Namen nicht gesagt. Mit dem Namen kann man segnen. Wenn Gott dem Moses und dem Volk seinen Namen gibt, muss verhindert werden, dass dieser Name missbraucht wird. Davor bewahrt das 2. Gebot: Du sollst den Namen JHWH, deines Gottes, nicht missbrauchen (Deuteronomium 5,11). Moses fragt nicht für sich, sondern legt die Frage den Israeliten in den Mund.

„Da antwortete Gott den dem Mose: Ich bin der „Ich bin“: Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der „Ich bin“ hat mich zu euch gesandt.“ (Exodus 3,13 f)

Die Frage nach dem Namen zeigt, dass Moses und die Israeliten zuerst annahmen, dass es viele Götter gibt, aber ihr Gott für sie der wichtigste ist. Erst die Einzigartigkeit des Namens JHWH als „Ich bin der Ich bin“ und die Einzigartigkeit des Schöpfergottes zeigt, dass es neben ihm keine Götter gibt.

Den Namen hält Gott für alle Zeiten fest: „Das ist mein Name für immer. So wird man mich nennen in allen Generationen.“ (Exodus 3,15) Gott hat damit seinen Namen in die Welt gesetzt. Der Name Gottes ist zum Allerheiligsten geworden. Der Name wird nicht nur weitererzählt, sondern auch geschrieben. Er wird sichtbar. 6628-mal in der hebräischen Bibel. Dadurch wird die Bibel heilig. Durch das Lesen wird die Heiligkeit der Bibel hörbar. Ein frommer Jude spricht den Namen nie aus. Wo JHWH vorkommt, wird er durch „Adonai“, „Edona“, „mein Herr“ oder „HaSchem“, „der Name“ ersetzt.

Der Oberrabbiner von Rom hat seinerzeit Papst Benedikt gebeten, dass im Gottesdienst Jahwe nicht gelesen wird. Der Papst kam der Bitte nach und in den Lesungstexten steht statt Jahwe der HERR. Auch in der neuen Einheitsübersetzung steht statt JHWH oder Jahwe der HERR (mit Großbuchstaben).

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