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Kategorie: 3. Klasse AHS (Ö)
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0 bigMit Islam bezeichnen die Muslime (Moslems) Politik, Religion und Kultur, die auf Mohammed zurückgehen. Islam heißt Totalhingabe an den Willen Gottes (Allahs).

            Mohammed: Zwischen 570 und 580 wurde Mohammed in Mekka geboren, wurde früh Waise, war im Karawanenhandel tätig, heiratete die Witwe Khadija, die zwei Söhne, die früh starben, und vier Töchter gebar. Mit 40 hatte er ein Berufungserlebnis und fing an, öffentlich zu reden: Es gibt nur einen Gott, das Gericht Gottes kommt, verzeiht einander, tut Buße, die Gerechten werden auferstehen. Am 15. oder 16. Juli 622 flüchtet er nach Yatrib (später Madinat = Medina), wo er Anhänger gewann und neue Gesetze für die Stadt schuf. 630 eroberte er Mekka und machte die Kaaba zum Wallfahrtsort. Zwei Jahre später machte auch er die Wallfahrt und starb im Jahr 632 n. Chr.

Koran: Die Verkündigung Mohammeds wurde von seinen Anhängern im Koran (= Lesung) aufgeschrieben, nachdem sie seine Reden auswendig lernten. Die endgültige Sammlung der Texte stellte sein Schwiegersohn Othman zusammen. Der Koran ist eingeteilt in 114 Kapiteln (Suren) und enthält 6226 Verse. Im Koran ist alles enthalten, was für das Heil wichtig ist. Er ist das Gesetz für die Gemeinschaft. Es gibt keine islamische Textkritik, keine islamische Quellenforschung, keine anerkannte Übersetzung aus dem Arabischen.

Hadiths: Sie sind neben dem Koran Aussprüche Mohammeds, die in der Sunna überliefert werden. Hadiths und Koran sind die Grundlagen für die Scharia, das islamische Gesetz, von dem es 4 sunnitische Rechtsschulen gibt: Hanafiten, Malikiten, Schafiiten und Hanbaliten. Die wichtigste schiitische Rechtsschule wird von den Dschafariten betrieben.

Geschichte: Abu Bakr und Omar wurden die Nachfolger Mohammeds, die sogenannten Kalifen. Der 3. Kalif Othman, der den Koran zusammenstellte, wurde ermordet, sein Nachfolger Ali, ein Vetter Mohammeds, verlegte seine Residenz nach Damaskus. Sein Gegner Mohawija vertrieb ihn nach einem Jahr (657). Nachdem Ali sich einem Schiedsgericht unterwerfen wollte, trennten sich seine Anhänger, die Charadschiten (heute: Abaditen) von ihm. Vier Jahre später wurde er in Kufa ermordet. Die Schiiten verehren Ali als rechtmäßigen Nachfolger und Verwandten Mohammeds. Die Sunniten sehen in Mohawija, dem Begründer der Omaijaden- Dynastie, den rechtmäßigen Kalifen.

            Schiiten: Schiiten (schiatu= Partei) nennen sich jene Gruppen, die die Söhne und Nachkommen Alis als rechtmäßige Nachfolger Mohammeds verehren. Ihre religiösen Führer sind die Imame. Da Ali mehrere Frauen hatte, sind die Reihen der Imame umstritten. Die Reihen brechen an bestimmten Punkten ab und der letzte Imam wirkt im Verborgenen weiter bis er als Mahdi (Erlöser) wiederkommt. Die Hauptgruppe der Schiiten sind die Zwölferschiiten (Imamiten), die 12 Imame kennen. Der Iran ist dazu bekehrt worden. Neben den Saiditen (Fünferschiiten), spalteten sich die radikalen Ismaeliten (Siebenerschiiten) in einige Gruppen: Drusen (Libanon) und Assassinen (Geheimreligion, Mord als politisches Mittel, der Name stammt von der Droge Haschisch). Die Ismaeliten begründeten 909 in Nordafrika das fatimidische Kalifat.

            Sunniten: Hauptgruppe der Moslems sind die Sunniten, die die mündliche Überlieferung (= Sunna) als 2. Heilsquelle neben dem Koran anerkennen: Worte Mohammeds und Geschichten aus seinem Leben. Die Sunna wurde in verschiedenen Hadithsammlungen aufgeschrieben. Der sunnitische Islam breitete sich durch die Eroberungen der Omaijaden nach Spanien und ins Industal aus. Durch die anderen Kulturen wurden viele Fragen zum Wesen Gottes ausgelöst (9.Jhdt). Die Seldschuken, ein türkischer Stamm, eroberte im 11.Jhdt. Persien und stieß bis Palästina vor. Der Kurde Saladin begründete im 12. Jh. in Ägypten die Aijubidendynastie, zur gleichen Zeit regierten die Almohaden in Spanien. Die Sufi, die Derwische und die Fakire repräsentierten die damalige Armutsbewegung. Im 13./14. Jh. waren die Mamluken in Ägypten und die Mongolen in Persien. Ab 1500 regierten die Großmoguln in Indien, ab dem 15.Jhdt bis zum 1. Weltkrieg hatten die Osmanen ein großes Reich (Balkan, Türkei, Irak, Ägypten u.a.).

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