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1.5 Abraham

Abraham 1. Die Familien in Ur in Chaldäa

Abrams Vater Terach hatte drei Söhne: Abram, Nahor und Haran. Abram bekam erst später von Gott den Namen Abraham, der „Vater der Menge“ bedeutet. Sein Bruder Haran starb bald und dessen Sohn Lot übernahm bald die Leitung von Harans Clan (seiner Familie). Sie lebten alle in Ur in Chaldäa, im heutigen Südirak. Sie hatten Schafherden und lebten in Zelten.

2. Die Frauen

Die beiden Brüder Abram und Nahor heirateten die Frauen Sarai und Milka. Der Name Milka wurde 3800 Jahre später von der Firma Suchard für Schokolade genommen. Damals war Schokolade unbekannt. Die schöne Sarai bekam von Gott erst später den Namen Sara, der Herrin bedeutet. Sie bemerkte schon früh, dass sie keine Kinder bekommen konnte.

Die Gegend der beiden Flüsse Euphrat und Tigris war ein sehr fruchtbares Land.

3. Der erste Aufbruch

Den ersten Aufbruch organisierte Abrams Vater Terach, der Nahor mit seiner süßen Milka zurückließ und mit Abram, Sarai und Lot zuerst den Flüssen entlang nach Norden, nach Harran, eine assyrische Stadt wanderte. Dort starb Terach und Abram übernahm die Leitung des Clans.

4. Berufung des Abram

Jetzt war für Gott die Zeit gekommen, Abram zu berufen. Abram hörte, wie Gott zu ihm sprach: „Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Durch dich sollen alle Geschlechter Segen erlangen. Wer dich segnet, den werde ich segnen, wer dich verflucht, den werde ich verfluchen“ Das war viel:

  • Zieh weg aus deinem Land! Als Nomade war er immer auf der Suche nach guten Weideplätzen für seine Schafe.
  • Verlasse deine Verwandtschaft! Seinen Bruder Nahor hat er in Ur zurückgelassen. Soll er jetzt auch seinen Neffen Lot zurücklassen? Nein, Lot will mit ihm gehen.
  • Verlasse dein Vaterhaus! Sein Vaterhaus bestand aus der Großfamilie, deren Leiter sein Vater Terach schon tot war. Er war jetzt der Leiter der Großfamilie.
  • Ich werde dich zu einem großen Volk machen. Diese Verheißung war für ihn, der mit einer unfruchtbaren Frau verheiratet war, wie ein Wunder.
  • Ich werde dich segnen. Das bedeutet Schutz und Glück. Gott, der Mächtige beschenkte seinen Verbündeten.
  • Ich werde deinen Namen groß machen. Abram soll berühmt werden.
  • Ein Segen sollst du sein. Durch dich sollen alle Geschlechter Segen erlangen. Die Völker der Erde bekommen durch Abram Glück und Schutz.
  • Wer dich segnet, den werde ich segnen, wer dich verflucht, den werde ich verfluchen. Damit schloss Gott mit Abram einen Bund. Das war für damalige Zeit eine Bundesformel.

5. Aufbruch ins Ungewisse

Abram nahm die Herausforderung an, vertraute und brach ohne zu zögern auf. Das hatte eine ganz neue Qualität in der damaligen Welt. Ein Gott schließt mit einem Menschen einen Bund und verspricht dem Menschen etwas, was weit in die Zukunft reicht. Abram zieht mit seiner Frau Sarai, seinem Neffen Lot und den Knechten und Mägden, die sie in Harran gewonnen haben, nach Kanaan und kamen zur Orakeleiche von Sichem. Obwohl in Kanaan andere Völker wohnten, versprach jetzt Gott, den Nachkommen Abrams dieses Land zu geben. Wie er das anstellt, sagte er nicht. Abram baute für Gott zwei Altäre und zog, weil eine Hungersnot ausbrach, nach Ägypten.

6. Abram in Ägypten

Der Nil machte mit seinen regelmäßigen Überschwemmungen das Land fruchtbar.

Abram befürchtete, dass man seine schöne Frau rauben und ihn ermorden würde. Er dachte sich eine List aus und bat Sarai, sie solle sich als seine Schwester ausgeben. Der Ruf der schönen Sarai verbreitete sich bis zum Pharao. Dieser ließ sie in seinen Palast holen. Abram bekam Geschenke, aber der Pharao wurde von Gott mit Plagen geschlagen und er machte Abram Vorwürfe, warum er ihm nicht gesagt hätte, dass Sarai seine Frau wäre. Er besorgte Begleiter, die Abram und Sarai fortgeleiteten.

7. Streit der Hirten und Einigung mit Lot

Er zog wieder nach Kanaan, rief den Namen Gottes an und sprach mit Gott. In Kanaan kam es zum Streit zwischen den Hirten des Lots und seinen Hirten um die fruchtbareren Weiden. Abram ließ Lot entscheiden. Dieser wählte die fruchtbare Jordangegend. Dort lag die Stadt Sodom, deren ungläubige Bewohner gegen Gott sündigten. Abram blieb im Bergland. Ihm fiel die Entscheidung leicht, weil er sich von Gott gesegnet wusste.

8. Der dritte Altar in Mamre

Abram rief den Namen Gottes an und sprach mit Gott. Gott versprach Abram wieder, ihm und seinen Nachkommen das ganze Land zu geben und seine Nachkommen so zahlreich zu machen wie der Staub auf der Erde. Abram baute bei den Eichen von Mamre wieder einen Altar, es war der dritte.

9. Der Krieg der Könige

Vier Könige machten in Kanaan einen Feldzug gegen fünf Könige und besiegten sie. Die Könige von Sodom und Gomorra mussten fliehen und fielen in Erdpechgruben. Lot, der mit ihnen kämpfte, wurde gefangen genommen. Abram hatte mittlerweile viele Männer um sich geschart, sodass er Lot befreien konnte.

10. Melchisedeks Opfer

Jetzt kam es zu einer denkwürdigen Begegnung. Melchisedek, der König von Salem und Priester des allmächtigen Gottes, brachte Brot und Wein und segnete Abram und pries Gott. Später wird Jesus Ähnliches tun. Abram gab Melchisedeks, weil dieser Priester des Allmächtigen war, den Zehnten Teil von allem.

11. Der König von Sodom

Dem König von Sodom gab Abram die ganze Kriegsbeute, die sich Kedor-Laomer von Sodom genommen hatte, zurück.

12. Elieser aus Damaskus

Abram war kinderlos und es war unklar, wer ihn beerben sollte: Sein Adoptivsohn Elieser aus Damaskus oder sein Haussklave. Gott versprach ihm noch einmal einen leiblichen Sohn.

13. Leihmutter Hagar und Sohn Ismael

Sarai, Abrams Frau, gebar ihm kein Kind. Sie forderte Abram gemäß dem auch anderwärts bezeugten Rechtsbrauch auf (hurritisches Gesetz), ihre junge Sklavin Hagar zu nehmen. Er zeugte mit Hagar seinen ersten Sohn Ismael. Als Hagar schwanger war, kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Hagar und Sarai. Hagar floh in die Wüste, dort erschien ihr der Engel des Herrn und teilte ihr mit, dass sie wieder zu Sarai umkehren soll. Aus ihrem Sohn wird eine sehr große Nachkommenschaft entstehen. Ihren Sohn soll sie Ismael nennen, der ein wilder, streitbarer Mensch sein wird. Die Araber führen ihre Geschichte auf ihn zurück. Als Abram 86 Jahre alt war, gebar ihm Hagar Ismael.

14. Beschneidung und neue Namen

Als Abram 99 Jahre alt war, schloss Gott einen Bund mit ihm und forderte von ihm und seinen Nachkommen fortan das Zeichen der Beschneidung. Gott segnete ihn und versprach ihm, dass er ein Vater vieler Völker sein werde. Er gab Abram (אַבְרָם‎) und seiner Frau Sarai (שָׂרַי‎) neue Namen: Abraham (אַבְרָהָם ‎„Vater der großen Menge) und Sara (שָׂרָה ‎  „Herrin“).

Gott bei Abraham15. Segen und Sohn Isaak

Gott erschien bei der Eiche von Mamre dem Abraham in Form von drei Männern bzw. drei Engel. Abraham ließ ein großes Essen zubereiten. Gott versprach, dass er Sara segnen wolle und sie innerhalb eines Jahres einen Sohn zur Welt bringen werde. Sara hingegen lachte, weil sie schon sehr alt war und in den Wechseljahren war. Gott verhieß ihr, dass aus ihr Völker und Könige hervorgehen sollen. Den Sohn solle er Isaak („er lächelt“) nennen, denn mit Isaak will Gott seinen ewigen Bund aufrichten. Tatsächlich wird Sara schwanger und gebar ein Jahr später Isaak, als Abraham hundert Jahre alt war.

16. Sodom und Gomorra

Gott sprach mit Abraham über die Klageschreie in Sodom und Gomorra und über die schwere Sünde in den beiden Städten. Gott wollte Sodom vernichten, aber Abraham möchte Sodom retten und verhandelte mit Gott. Gott ließ mit sich reden. Falls es zehn Gerechte in Sodom geben wird, wird er die Stadt nicht zerstören. (Mindestens 10 Männer - über 13 Jahre alt - müssen da sein, damit ein jüdischer Gottesdienst stattfinden kann.). Die Stadt wurde aber vernichtet.

Zwei von diesen drei Engeln besuchten Lot in Sodom. Die Sodomiter verlangten die Herausgabe der Gäste, um mit ihnen zu verkehren. Lot weigerte sich. Die Sodomiter wollten die Tür von Lots Haus einschlagen, aber die Engel schlugen die Sodomiter mit Blindheit.

17. Die Rettung Lots

Die Engel flohen mit Lot, seiner Frau und seinen Töchtern in der Früh des nächsten Tages aus der Stadt und da Lot nicht ins Gebirge wollte, flohen sie nach Zoar. Sodom und Gomorra wurde mit Schwefel und Feuer vernichtet. Da die Frau von Lot sich umblickte, erstarrte sie zur Salzsäule. Abraham sah von Ferne den Qualm von Sodom und Gomorra aufsteigen.

18. Streit zwischen Sara und Hagar

Nach Auseinandersetzungen zwischen Sara und Hagar um die Rechtmäßigkeit ihrer Söhne Isaak und Ismael wurden Hagar und Ismael verstoßen. In der Wüste wurden sie von Gott vor dem Verdursten gerettet.

19. Keine Menschenopfer

Damals gab es einen Berg im Land Moria, auf dem Gott Moloch Kinder geopfert wurden. Abraham hörte eine Stimme, die ihm befahl, seinen Sohn Isaak zu opfern. Gott hielt ihn aber im letzten Augenblick davon ab. Er opferte einen Widder an Stelle seines Sohnes. Nach jüdischer Überlieferung ist dieser Ort der Tempelberg in Jerusalem.

20. Tod Saras Abrahams und die Heirat Isaaks

Als Abrahams Frau Sara starb, kaufte er das Grundstück um die Höhle von Machpela bei den Hethitern und begrub seine Frau in der Höhle bei Mamre. Sein Sohn Isaak heiratete Rebekka, die Tochter des Verwandten Laban. Abraham stirbt im Alter von 175 Jahren und wird in der Höhle Machpela bestattet, wo bereits Sara begraben liegt.

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