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Buddha in BenaresDer Begründer ist Gautama Siddharta, der Buddha (der Erleuchtete), um 500 v. Chr.

Sein Geburtsort Lumbini liegt an der heutigen Grenze zwischen Nepal und Indien. Die Mutter Buddhas träumt bei seiner Empfängnis, dass ein weißer Elefant in ihre Seite eintritt. Gautama wurde als Fürstensohn aus der Kaste der Kschatrya, der Krieger, geboren. Der junge Siddharta lernte alles, was Adelige damals lernen durften: Sprachen und Mathematik, Reiten und Bogenschießen, Fechten und Ringen. Im Pali-Kanon heißt es: Ich war verwöhnt, sehr verwöhnt.

Die vier Ausfahrten: Siddharta fuhr viermal aus dem Palast des Vaters in die Stadt aus. Dabei begegnete er einem Greis und einem Kranken, er sah einen Toten und er begegnete einem Mönch. Es wurde ihm klar, dass auch er selbst von Krankheit und Tod bedroht sei und dass nur das selbstlose Leben eines Mönches innere Ruhe und Freiheit schenken könne. Darum beschloss er, aus der Heimat in die Heimatlosigkeit zu ziehen. Er verließ im Alter von 29 Jahren das väterliche Haus und ließ alles zurück, was ihm bisher Glück und Freude bereitet hatte. Selbst von seiner Frau und seinem kleinen Sohn trennte er sich, ohne von ihnen Abschied zu nehmen. Gautama ging nicht aus Mangel und Not, sondern aus Überfluss, Wohlergehen und Wohlstand in die Heimatlosigkeit ging.

Bild: Buddhas erste Predigt bei Benares, Quelle: Geburtslegende Buddhas, buddhanet.net, abgerufen am 5.4.2016 http://www.univie.ac.at/rel_jap/ryowiki/Geburtslegende_Buddhas

Ort der Erleuchtung. Siddharta Gautama ging zuerst bei berühmten Brahmanen in die Schule. Dann zog er auf die Wanderschaft und versuchte in harter Selbstzucht, Kasteiung und Askese Antwort auf seine Fragen zu finden. Er aß und trank kaum, legte sich nachts auf Dornen und pflegte sich nicht mehr. Aber alle noch so harten Übungen halfen ihm nicht weiter. Sie bewirkten das Gegenteil von dem, was er suchte. So gab er das Fasten auf und nahm wieder regelmäßig Nahrung zu sich. Schließlich erwachte er im heutigen Bodh Gaya in meditativer Zurückgezogenheit unter einem Pippalabaum (später Boddhibaum, dem Erleuchtungsbaum) zur erlösenden Einsicht und wurde dadurch zum Buddha, dem Erleuchteten.

Buddha fand Erleuchtung unter dem Boddhibaum und begann das Rad der Lehre zu drehen.

Die Buddhistische Lehre sieht in der Erleuchtung die Verwirklichung des Nirvanas, die Überwindung von Mara, dem personifizierten Bösen, dem Versucher, der in Buddha eine Gefahr für seine Herrschaft über die Menschen sieht, in dem Erlangen von drei existentiellen Einsichten:

  • Die Erkenntnis früherer Geburten.
  • Die Erkenntnis, dass alle Wesen gemäß ihrem Karma, also ihren Gedanken, Worten und Werken entsprechend entstehen und vergehen.
  • Die Erkenntnis, dass nun für Gautama alle an Wiedergeburt bindenden Befleckungen verschwunden sind und dass dies seine letzte Wiedergeburt sei.

Dies ist absolute Heilsgewissheit. Voraussetzung dafür ist die Einsicht in die vier edlen Wahrheiten:

Vier edle Wahrheiten: Wer sie erkennt, der ist befreit und findet so selbst zur Erlösung. Diese "Vier edlen Wahrheiten" hat Buddha in seiner ersten Predigt in Benares entwickelt:

  1. Alles Leben und Tun ist Leiden. 2. Ursache des Leidens ist die Gier, die Blindheit und die Begierde nach Leben, Macht, Lust. 3. Erlösung vom Leiden geschieht durch Auslöschen der Gier, durch völlige Leidenschaftslosigkeit. 4. Aufhebung des Leidens durch den achtteiligen Pfad:

rechtes Denken, rechtes Entscheiden, rechtes Wort, rechte Tat, rechtes Leben, rechtes Streben, rechtes Gedenken, rechtes Sich-Versenken.

Der Ort der ersten Predigten: In der Nähe von Benares, verkündete Buddha erstmals seine Lehre. Die fünf Gefährten aus der Zeit seiner strengen asketischen Lebensweise waren seine ersten Zuhörer. Buddha bezeichnet seinen Weg als mittleren Pfad, der die beiden Extreme, die er selbst praktiziert hatte, nämlich Sinnengenuss als Prinz und Selbstpeinigung als Asket, vermeidet.

Das Ziel des Lebens nach dem achtteiligen Pfad ist die "Erkenntnis" und die "Erleuchtung" des einzelnen.

Heilige Schriften: Buddha selbst hat keine Schriften hinterlassen. Es gibt aber zahlreiche schriftliche Überlieferungen der verschiedenen buddhistischen Richtungen. Um 250 v. Chr. werden die heiligen Schriften des Buddhismus im Pali-Kanon zusammengefasst.

Es gibt aber keinen Kanon heiliger Schriften, den alle Richtungen des Buddhismus anerkennen.

Glaube und Leben

Gottesvorstellungen: Im Buddhismus gibt es keinen personalen Gott, nur einen göttlichen Sinn hinter allem. Die Frage nach Gott oder Gottheiten hat Buddha offen lassen wollen (weshalb beim Buddhismus gelegentlich von einer atheistischen Religion gesprochen wird, was aber problematisch ist). Diese Frage lenke nämlich den Menschen nur von der Überwindung des Leidens ab. Nach Buddha muss sich der Mensch aus eigener Kraft aus dem Gesetz des Karma befreien. Der Mahayana- Buddhismus hingegen rechnet wieder stark mit der Hilfe göttlicher, mitleidvoller Wesen.

Welt und Mensch: Die Welt und die Gesamtheit unseres Daseins ist als eine Illusion zu sehen. Alles Leben auf dieser Welt ist durch die Erfahrung des Leids geprägt, das durch die Begierde entsteht.

Der Mensch steht (ähnlich wie im Hinduismus, jedoch ohne das Kastensystem) im Kreislauf der Wiedergeburten. Sein Leben ist eine Fortsetzung der vorhergegangenen Existenzen.

Kamakura Budda DaibutsuErlösung, Heil und Jenseits: Erlösung kann durch Überwindung des Leids und durch die Vernichtung der Lebensbegierde bewirkt werden. Das Heil besteht für den Menschen darin, aus dem Samsara auszuscheiden. Dies kann durch den achtteiligen Pfad der Wahrheit erreicht werden, den Buddha als einen Mittelweg zwischen einem regellosen Leben und einer übertriebenen asketischen Anstrengung sieht.

Gier: Wer die "Gier" nicht auslöschen und den achtfältigen Pfad nicht gehen kann, wer nicht zu Erkenntnis und Erleuchtung gelangt, wird nach seinem Tod wiedergeboren. Wer hingegen durch Meditation die vier edlen Wahrheiten erkennt und diesen Pfad geht, kann sich selbst erlösen. Er steigt aus dem Kreislauf der Wiedergeburten aus; am Ende steht das Verlöschen und Aufgehen der Seele (Atman) im Nirvana. Dies ist das eigentliche Ziel, ein endgültiger Zustand der Leidfreiheit und Begierdelosigkeit, ein Zustand unvorstellbarer Ruhe.

Leben im Buddhismus:

Ungefähr 100 Jahre nach dem Tod von Buddha beginnen sich drei Hauptströmungen herauszubilden.

Hinayana (Kleines Fahrzeug), aus dessen Tradition heute nur noch die Form des Theravada (Lehre der Älteren) existiert. Es ist die ursprüngliche Lehre von Buddha, die nur individuell durch Mönche verwirklicht werden kann. Der Begriff Hinayana wurde und wird von den Anhängern der ihm zugehörigen Schulen abgelehnt, da er dem Mahayana entstammt. Das Leben im Hinayana ist auf (Selbst-)Erlösung durch den achtteiligen Pfad ausgerichtet.
Theravada (Lehre der Älteren) ist in Sri Lanka und dem kontinentalen Südostasien (Myanmar, Thailand, Laos und Kambodscha vorherrschend.

Mahayana (Großes Fahrzeug) ist eine jüngere Form, die neben dem traditionellen Heilsweg der Meditation einen weiteren eröffnet für die, die den mönchischen Weg nicht gehen können. Für sie genügt es, Buddha zu verehren. Das religiöse Brauchtum mit Gebeten, Opfern und Wallfahrten ist hier reich entfaltet. Die Anhänger des Mahayana bauen auf göttliche Hilfe. Diese wird ihnen durch den himmlischen Buddha und durch Bodhisattvas zuteil (diese sind Menschen, die den Pfad zur Erleuchtung gegangen sind, aber freiwillig noch nicht in das Nirvana eingegangen sind, um anderen den Weg zur Erlösung zu zeigen). Es ist Brauch, dass alle jungen Männer einmal im Leben (gewöhnlich vor ihrer Heirat) mehrere Monate als Mönche bzw. Mönchsnovizen die gelbe Toga tragen. Heute sind Richtungen des Mahayana besonders in Vietnam, Japan, Tibet, Bhutan, Taiwan, der Volksrepublik China und Korea verbreitet, teilweise auch in der Mongolei und dem asiatischen Osten Russlands.

Vajrayana (Das Diamantene Fahrzeug) ist eine Weiterentwicklung des Großen Fahrzeugs in Tibet. (besonders durch hinduistische Einflüsse). Die Mönche werden Lamas genannt. Üblicherweise gilt auch der Vajrayana als Teil des großen Fahrzeugs.

Heilige Schriften: Buddha selbst hat keine Schriften hinterlassen. Es gibt aber zahlreiche schriftliche Überlieferungen der verschiedenen buddhistischen Richtungen. Um 250 v. Chr. werden die heiligen Schriften des Buddhismus im Pali-Kanon zusammengefasst.

Es gibt aber keinen Kanon heiliger Schriften, den alle Richtungen des Buddhismus anerkennen.

 

  1. Klasse, 24 Buddhismus: Der Buddhismus ist eine Erlösungsreligion, die auf die Frage nach den Ursachen des Leidens eine Antwort geben möchte. Die Ursache des Leidens ist die Gier, die das Leiden schafft. Erlösung geschieht durch das Abtöten der Gier und der Leidenschaft. Den Buddhismus hat der Inder Gautama Siddharta um 500 v. Chr. entwickelte. Nach einem Leben in Luxus war er schockiert, als er einen Greis, einen Kranken und einen Leichenzug traf. Beeindruckt war er von einem Mönch, wollte so leben wie er und sich aus dem Kreislauf der Wiedergeburten befreien. Siddharta verließ Frau und Sohn und wurde Bettelmönch bei einem Lehrer. Er sah aber keinen Sinn in übermäßiger Askese (wenig Essen, wenig Schlaf) und versuchte einen Mittelweg. Dabei setzte er sich unter einen Feigenbaum um zu meditieren. Er konfrontierte sich mit der Lehre der Wiedergeburt und mit seinem bisherigen Leben. Dabei überwand er Ängste und Dämonen. Er meditierte so lange, bis er die Erleuchtung bekam und zum Buddha, dem Erleuchteten wurde.

Er scharte Schüler um sich und begann sie die 4 Wahrheiten und den 8-teiligen Pfad zu lehren: Alles ist Leiden. Ursache des Leidens ist der Durst. Das Aufheben des Leidens geschieht durch Leidenschaftslosigkeit. Der Weg dazu ist der 8-teilige Pfad: rechte Anschauung, rechte Gesinnung, rechtes Wort, rechte Tat, rechtes Leben, rechtes Streben, rechtes Überdenken, rechtes Sich-Versenken. Das Ziel ist das Nirwana, das man durch das Aufheben von der Gier, den 6 Sinnen, der Individualität, dem Bewusstsein, dem Nichtwissen und der Bindung an die Welt erreicht.

Bis zu Buddhas Tod wuchs die Mönchsgemeinschaft. Die Klöster bilden bis heute das Zentrum der buddhistischen Gemeinde. Die Laien (Nichtmönche) unterstützen die Bettelmönche, verehren Buddha und hoffen im nächsten Leben mit einem besseren Karma Mönch zu werden. Im Buddhismus ist das Ich nicht unsterblich. Wer als Erleuchteter in das Nirwana eingeht ist wie ein Tropfen im Ozean.

Christentum und Buddhismus: Obwohl der Buddhismus sich der Gottesfrage nicht stellt, wird er von Seiten des Christentums zu den Religionen gezählt. Wie im Christentum steht am Anfang eine historische Persönlichkeit, die aus einer Religion kommt und eine neue Religion begründet. Jesus und Buddha sind immer wieder verglichen worden. Jesus verkündet das Heil durch den liebenden Gott, während Buddha den Weg der Befreiung geht und eine Methode lehrt, die Gier zu beherrschen. Im Buddhismus wird die Leidenschaft ausgelöscht, um erleuchtet zu werden, im Christentum wird die Leidenschaft kultiviert, um die Welt gestalten zu können. Das Ich wird im Buddhismus ausgelöscht und so erlöst, im Christentum wird das Ich in die göttliche Gemeinschaft aufgenommen. Es ist unklar, ob sich das Ich im Nirvana an seine Biographien erinnern kann. Im Christentum kann sich das Ich an die Biographie erinnern.

Zum Überlegen:

Erfahrungen von Martin Kamphhuis:
„Das Licht fällt in die Erde.“ Es war, als würde mir dieses Wort jetzt zugesprochen. In der Wahrheit dieser Stunde wusste ich, dass der Moment meiner Erleuchtung gekommen ist. Es war nicht so, wie ich es als Buddhist erwartet hatte, nämlich dass die Erleuchtung von innen kam. Nein, hier kam das Licht in der Person Jesus Christus von außen auf mich zu. Indem er mir diesen Satz zusprach, der die tiefste Sehnsucht meiner ganzen Person zum Ausdruck brachte, wusste ich, er kannte mich bis in mein innerstes Wesen hinein und wollte diese Sehnsucht stillen. … Nach drei Tagen war es plötzlich vorbei mit dem guten Gefühl. … Ich war verzweifelt. Einmal dachte ich an die guten Lehren des Buddhismus, dann wieder an die besondere Begegnung mit Jesus.
(Quelle: Martin Kamphuis, Ich war Buddhist. Das Ende einer Pilgerreise. Basel. 2000. S. 150-151)

2.Vatikanisches Konzil, Nostra Aetate:
In den verschiedenen Formen des Buddhismus wird das radikale Ungenügen der veränderlichen Welt anerkannt und ein Weg gelehrt, auf dem die Menschen mit frommem und vertrauendem Sinn entweder den Zustand vollkommener Befreiung zu erreichen oder - sei es durch eigene Bemühung, sei es vermittels höherer Hilfe - zur höchsten Erleuchtung zu gelangen vermögen. …
Das Verhalten des Menschen zu Gott dem Vater und sein Verhalten zu den Menschenbrüdern und Menschenschwestern stehen in so engem Zusammenhang, dass die Schrift sagt: "Wer nicht liebt, kennt Gott nicht" (1 Joh 4,8).
(2.Vatikanisches Konzil, Nostra Aetate, Artikel 2 und 5)

Weiterführende Literatur: 7. Klasse S. 126-128, 4. Kl. S. 89

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